Mit dem F-Type auf der Rennstrecke des Motorland Aragon

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Jetzt geht´s los: Vor der Rennstrecken-Fahrt mit dem F-Type Coupé. (Foto: Chowanetz)

Von Ken Chowanetz
28.03.2014 – Wenn man einen Film drehen will, der auf dem Mars (oder auf der Erde nach einer globalen Katastrophe) spielt, ist man in der spanischen Provinz Aragonien richtig. Bis zum Horizont stört oft über Kilometer kein Anzeichen von Zivilisation den Blick auf die karge, braune Landschaft. Aber mittendrin in diesem Nichts befindet sich dann plötzlich eine der modernsten und spannendsten Autorennstrecken Europas. Der Weg zur Haupteinfahrt zum Gelände führt vorbei an wahrscheinlich seit Don Quijotes Zeiten zerfallenen Häusern, vor die Optimisten „Se vende“/zu verkaufen-Schilder gehängt haben. Keine gute Idee allerdings, hier eine Würstchenbüde oder einen Getränkestand zu eröffnen: Der Veranstaltungskalender im „Motorland Aragon“ ist äußerst überschaubar.

Das aber heißt nicht, dass die Rennstrecke eine weitere dieser wahnsinnigen Investitionsruinen wäre, gefördert mit EU-Geldern. Angeblich ist die Ciudad del Motor de Aragón an 250 Tagen im Jahr von Herstellern gebucht, die hier ihre Auto- und Motorrad-Testfahrten veranstalten. Anwohner, die sich über den Lärm beklagen könnten, gibt es schließlich nicht.

Jetzt hat auch Jaguar die Rennstrecke für sich entdeckt. Bei der internationalen Pressepräsentation des F-Type-Coupé wollte das britische Traditionshaus (inzwischen in indischem Besitz) zeigen, dass die  geschlossene Variante des vielgelobten Roadsters eben mehr kann, als auf spanischen Landstraßen mit lächerlichen Tempolimits durch die Gegend zu juckeln.

Fahrten auf Rennstrecken gehören zwar nicht zum täglich Brot bei der Präsentation neuer Fahrzeuge, sie sind aber auch nicht absolut außergewöhnlich. Und dennoch wird die Berg- und Talfahrt auf der gut 5 km langen Strecke lange in Erinnerung bleiben. Jaguar nämlich setzte auf den Beifahrersitz einen professionellen Rennfahrer, der Runde für Runde aus dem nicht ganz so professionellen Fahrern das Letzte herausholte („Push, push, push“, „break“, „turn hard“, „push again“). Sinn der Aktion: Die „Indo-Briten“ wollten beweisen, dass das F-Type Coupé in der Topversion R (Preis: Mindestens 103.700 Euro, Basis-F-Type für 67.000 Euro) mehr noch als der vor einem Jahr vorgestellte Roadster geeignet ist, an die fahrphysikalischen Grenzen zu gehen, ohne dass sich der Fahrer dabei in Gefahr begibt.

Bei den ersten der acht Runden sind besagte fahrphysikalische Grenzen noch weit entfernt. Schließlich gilt es, sich erst einmal an die Eigenschaften des bildschönen Coupés mit der Monster-Motorisierung (V8 mit 550 PS und 680 Nm) zu gewöhnen. Bewundernswert, wie geduldig der Profi-Beifahrer bleibt, wenn das Einlenken nicht ganz so beherzt erfolgt wie möglich und der Tritt auf die Bremsen viel früher, als es eigentlich nötig gewesen wäre. Einzig auf der scheinbar endlos langen Geraden sind keine Anweisungen nötig. Hier drückt der Fuß das Gaspedal bis zur letzten Sekunde durch und lässt so das Auto fliegen (natürlich nur sprichwörtlich).

Mit jeder weiteren Runde wächst die Zuversicht, sowohl in das Auto als auch in die eigenen Fähigkeiten. Die Bremsanzeige leuchtet erst gelb, dann rot („That´s okay“, sagt der Beifahrer, dem Wagen seien leistungsfähigere Keramikbremsen verpasst worden, ohne die überwachende Elektronik entsprechend zu kalibrieren). In die „push, push“-Anweisungen des Instruktors mischt sich mehr und mehr Lob („beautiful“) – und am Ende des vorgesehenen Zyklus erfolgt die Frage: „Another Round?“ Eine Runde mehr? Von mir aus hätten es Dutzende sein können.

Einen ausführlichen Text zur Neuvorstellung des Jaguar F-Type Coupé findet sich am 29.03.2014 im MotorJournal der Rhein Main Presse (u.a. Allgemeine Zeitung Mainz und Wiesbadener Kurier) und des Gießener Anzeigers mit seinen Ausgaben.

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Impressionen von der Rennstrecke. (Fotos: Jaguar)

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