Archiv der Kategorie: Allgemein

Was Autokäufer wollen – und was nicht

Von Axel Keldenich

Köln,  05.06.2014. Wer sich in Südeuropa ein Auto zulegt, ordert es mit Klimaanlage. Könnte man jedenfalls meinen, ist aber nicht grundsätzlich so. Die Präferenzen der Kunden in den einzelnen Ländern sind oft unterschiedlich und manchmal überraschend. Und dann gibt es auch wieder Gemeinsamkeiten.

Viel Licht von oben, eine wohlig warme Sitzfläche in einer schwarzen Limousine mit fünf Türen und einem Benzinmotor – so lieben es die Deutschen, wie übrigens auch die meisten Nord-Europäer, auf der Straße. Dies ist leicht vereinfacht das Ergebnis einer Studie der Kaufinteressen, die Ford im vergangenen Jahr bei seinen mehr als 500.000 Kunden in 22 europäischen Ländern durchgeführt hat. Das Licht fällt dabei durch ein Sonnendach, welches verblüffenderweise hierzulande und in Skandinavien viel öfter bestellt wird als in Südeuropa. Wie übrigens auch die Klimaanlage nördlich der Alpen häufiger verkauft wird als rund ums Mittelmeer.

Wagenfarbe Schwarz für Pessimisten?

Eine andere Umfrage ergab kürzlich, dass wir Deutschen eher zu Pessimismus neigen als unsere Nachbarn. Vielleicht resultiert daraus unsere Vorliebe für schwarz als Autofarbe während europaweit weiß dominiert. Auch beliebt: braun und orange, und das nicht nur in Holland. Die Niederländer sind gemeinsam mit den Iren die engagiertesten Verfechter der manuellen Schaltgetriebe Getriebe, die aber auch 80 Prozent der übrigen Europäer bevorzugen. Unter den Antrieben ist nach wie vor der Benziner der Begehrteste, nur die Türken vertrauen mehrheitlich dem Diesel.

Wunsch nach Assistenzsystemen

Irgendwo zwischen Sicherheitsbedürfnis und Spieltrieb entstehen die Bedürfnisse und Wünsche in Sachen Assistenzsystemen. So bestellen 63 Prozent der deutschen und schweizer Ford-Neuwagenkäufer den Einpark-Assistenten, noch übertroffen vom Assistenzsystem „Active City Stop“ (74 Prozent), das Auffahrunfälle durch einen notfallmäßigen Bremseingriff bei geringer Geschwindigkeit verhindern kann. Eher als „Spaß-Utensil“ darf die sensorgesteuerte Heckklappe gelten, die sich für 59 Prozent der Käufer eines Ford Kuga mittels eines simplen Kicks automatisch öffnet.

Leipziger Messe/Presse

Die Autos, wie sie hier bei der noch bis 8. Juni andauernden Messe AMI in Leipzig gezeigt werden, müssen an den Mann oder an die Frau gebracht werden. Die Präferenzen beim Neuwagenkauf unterscheiden sich dabei europaweit. (Foto: AMI Leipzig)

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Warum geben eigentlich so wenige Fahrer Gas?

Wiesbaden/Maint, 01.0.6.2014 (kc). Wer sich vor zehn, 15 Jahren ein Fahrzeug mit Gasantrieb zulegte, wurde von Nachbarn, Freunden, Kollegen bestenfalls belächelt, schlimmstenfalls verspottet. Ein Tankstellennetz, das diesen Namen eigentlich nicht verdiente, Reichweiten, die beim Gasantrieb nicht einmal ansatzweise an die von Fahrzeugen mit konventionellen Antrieben herankamen und die anfänglichen Probleme mit den Motoren ließen eine Entscheidung für CNG (Compressed Natural Gas, Erdgas) oder LPG (Liquified Petroleum Gas, Flüssiggas) tatsächlich nicht von Anfang an sinnvoll erscheinen – von der geringen Auswahl verfügbarer Fahrzeugmodelle ganz zu schweigen.

Zeiten haben sich geändert

Doch die Zeiten haben sich geändert. Wer sich heute ein Gasfahrzeug zulegt, kann sich darauf verlassen, dass er auf eine ausgereifte Technik zurückgreift. Zudem gibt es für CNG-Autos inzwischen deutschlandweit 1.000 Tankmöglichkeiten, für LPG-Modelle gar 6.700. Während beim Flüssiggas eine Sättigung des Bedarfs erreicht zu sein scheint, ist die Zahl beim Erdgas zwar immer noch nicht sensationell hoch, aber aus einem einfachen Grund ausreichend: Wenn der Gastank leer ist, fahren CNG- und LPG-Wagen einfach mit Benzin aus einem zweiten Tank weiter. Dieser bivalente Antrieb nimmt die Angst, in, sagen wir: Mecklenburg-Vorpommern mit leerem Gastank liegenzubleiben. Um beim geografischen Beispiel zu bleiben: Längst kann man mit einem LPGler oder CNGler Mecklenburg-Vorpommern auch komplett durchqueren, ohne tanken zu müssen: Die Gas-Reichweite des neuen Škoda Octavia G-TEC (Vorstellung des Fahrzeugs am Samstag im MotorJournal der Rhein Main Presse) liegt bei 400 Kilometern.

Geringere Betriebskosten

Vordergründig der größte Vorteil der Gasfahrzeuge sind die Betriebskosten. Bis zu 50 Prozent lassen sich dank Steuerbegünstigung des Kraftstoffs pro Kilometer gegenüber einem reinen Benziner sparen. Das sticht nicht nur den in Deutschland beliebten Diesel aus, sondern auch die meisten Elektrofahrzeuge, wenn man deren extrem hohen Anschaffungspreis mit in die Rechnung einbezieht. Der Gas-Octavia hat im Vergleich zum Benziner einen Aufpreis, der dem eines Selbstzünders gegenüber einem Modell mit Ottomotor entspricht. Das preisliche Enfant Terrible der Branche, Dacia, bietet einige LPG-Modelle gar ohne Aufpreis gegenüber den Benzinern an.

Gerade einmal 600.000 Fahrzeuge

Angesichts der Vorteile des Gasantriebs, zu denen auch die schadstoffärmere Verbrennung des Kraftstoffs gehört, ist es erstaunlich, dass es nicht längst den großen Schwenk vom Benziner oder Diesel hin zu LPG oder CNG gegeben hat. Nicht ganz 100.000 Erdgas-Fahrzeuge gibt es in Deutschland, bei der Flüssiggas-Variante (die sich auch nachrüsten lässt) sind es mehr als 500.000. Angesichts von weit mehr als 43 Millionen Pkw in Deutschland werden kam mehr als ein Prozent aller Fahrzeuge mit Gas betrieben.

Skoda Octavia G-Tec 2014

Der Skoda Octavia G-TEC ist das neueste Modell in der wachsenden Gruppe der Erdgasfahrzeuge. (Foto: Skoda)

 

Oh nein! Frauen parken schneller ein als Männer

Stuttgart, 09.04.2014 (kc). Jungs, wir müssen jetzt ganz stark sein. Studenten der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mannheim haben für den Parkhausbetreiber Apcoa ermittelt, wie lange Otto Normalfahrer und Ottilie Normalfahrerin brauchen, um ihr Auto ordnungsgemäß abzustellen. Überraschendes (und für Machos schlaflose Nächte bereitendes) Ergebnis: Die Mädels sind mit der Aufgabe deutlich schneller fertig. Im Schnitt dauert es bei weiblichen Einparkern 17 Sekunden, bis der Wagen in der Lücke steht, bei den Männernganze drei (DREI!!!) Sekunden länger.

Einen schwachen Trost gibt es allerdings: Die Studenten, die etwa 400 Autofahrerinnen und Autofahrer beim Einparken beobachteten und die Zeit maßen, stellten fest, dass Männer weniger Lenkbewegungen brauchten, bis die Karre so stand, wie sie sollte. Im Schnitt waren es 1,5 Kurbelungen, während Frauen 1,62 Mal am Lenkrad drehten.

Doch Frauen und Männer haben einen gemeinsamen Feind: automatische Einparkhilfen. Sie bremsen den Abstell-Vorgang ernüchternd aus, Unabhängig vom Geschlecht dauert das Einparken mit Sensor-Gepiepe durchschnittlich 21 Sekunden, ohne nur 15.

Beeindruckend, wenn auch nicht völlig überraschend, ist ein weiteres Testergebnis: Je älter die Verkehrsteilnehmer werden, um so souveräner parken sie ein. 18- bis 25-Jährige brauchen 22 Sekunden, 55- bis 65-Jährige 15 Sekunden.

Rasender Mäher von Honda schafft Tempo-Weltrekord

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Erfolgreicher Weltrekordversuch: Honda pimpte einen Rasentraktor vom Typ HF2620 und brachte ihn auf eine Geschwindigkeit von 187,6 km/h. (Foto: Honda)

Wiesbaden, 03.04.2014 (kc). Interne Aufgabenliste an mich selbst: 1. Schnellstmöglich Haus mit großem Garten kaufen. 2. Rasenmäher HF2620 von Honda kaufen. 3. Honda VTR Firestorm kaufen. 4. Motor aus der Firestorm im Rasenmäher einbauen und ein paar Modifikationen an Chassis und Antrieb vornehmen. 5. Probefahrt mit dem „Mean Mower“ planen.

Wenn die Pressemeldung von Honda nicht das Datum 2. 4., sondern das des Tages davor getragen hätte, wäre sie wohl als gelungener Aprilscherz gekürt worden: Honda hat mit dem „Mean Mower“, einem umgebauten Rasentraktor HF2620 mit einem 1,0-Liter-Motor aus der VTR Firestorm, im spanischen Tarragona einen neuen Geschwindigkeitsweltrekord von 187,6 km/h aufgestellt. Die alte Bestmarke wurde dabei um satte 45 km/h überboten. Ein Eintrag ins Guinness-Buch ist den Honda-Bastlern gewiss, Rekordrichter waren bei dem erfolgreichen Versuch anwesend.

Wer nun denkt, der „Mean Mower“ habe mit einem Rasenmäher so viel zu tun wie ein VW Up mit einem Sportwagen, der irrt. Voraussetzung für die Anerkennung des Weltrekords war, dass das blitzschnelle Gerät aussieht wie ein Mäher und auch tatsächlich für diese Funktion eingesetzt werden kann. Aber wie! Zwei Elektromotoren auf dem Mähdeck beschleunigen den nur drei mm dünnen Stahl-Mähfaden, so heißt es in der Pressemeldung, auf 4000 Umdrehungen pro Minute. Damit kann der „Mean Mower“ beim Mähen 24 km/h schnell sein, was dem doppelten Wert eines herkömmlichen Rasenschneiders entspricht.

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Der schnellste Rasenmäher der Welt hört auf den Namen „Mean Mower“ und kommt von Honda. (Foto: Honda)

Auch die weiteren Spezifikationen des „Mean Mower“ muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Die beiden Fahrer des Honda Yuasa Racing Teams, Matt Neal und Gordon Shedden, regten an, das Monster-Gefährt mit einem paddelgeschalteten Sechsganggetriebe auszurüsten. Gesagt, getan. Ehrensache, dass der Fahrer des „Mean Mower“ in einem maßgeschneiderten Cobra-Sportsitz Platz nimmt. Fast schon kurios mutet an, dass in dem schnellsten Rasenmäher der Welt die Zahnstangenlenkung eines Morris Minor zum Einsatz kommt. Mehr technische Daten? Bitte sehr: 109 PS, Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 4 s (geschätzt), 96 Nm Drehmoment, Leergewicht 140 kg. Die theoretische Höchstgeschwindigkeit des „Mean Mowers“ liegt bei 210 km/h. Der rasende Mäher ist leider unverkäuflich, weswegen man als Fan die eingangs genannte Aufgabenliste abarbeiten müsste. Einen kleinen Vorgeschmack, was einen „Mean-Mower“-Besitzer erwarten würde, gibt es bei Youtube.

Wenn also demnächst auf der linken Spur der Autobahn ein Rasenmäher drängelt, muss man nicht unbedingt an seinem Geisteszustand zweifeln…